CHRISTIANA LUGBAUER


Katalog- und Buchgestaltung
Corporate Designs

SICHTBARES IST VERGÄNGLICH, UNSICHTBARES EWIG part.1
2011

In diesem Buch versuchte ich Text und Bild den gleichen Stellenwert zu geben. Ich konnte Privates mit dem Interesse an drei KünstlerInnen verbinden, die im Bereich Grafik Design eine wichtige Rolle spielen sollten, und damit in etwas Allgemeingültiges – die Überlegung zur Bild und Text Gleichstellung – übertragen. Die Künstler John Baldessari und Lawrence Weiner dienten mir als Inspirationsquellen. Sie setzen sich in ihren Arbeiten hauptsächlich mit Text und Fotografie auseinander. Außerdem beschäftige ich mich mit der Künstlerin Louise Bourgeois, die einen sehr persönlichen Zugang zu ihren Arbeiten gehabt hat und mir eine große Hilfe gewesen ist, mein Buch fertig zu gestalten.
Fotos sollen für sich alleine stehen können – Sie sollen die Wirkung erzielen, die der/die BetrachterIn sehen oder spüren will: – Gefühle, Emotionen, Stimmung – In dem leeren Raum der Seiten soll der Rezipient die Möglichkeit haben, seine eigenen, persönlichen Erfahrungen zu spüren.
Wie wird ein Bild zu etwas Bedeutendem? Warum sind die meisten Fotos „scharf“? Das gilt allgemein als erstrebenswert. Als richtig. Warum ist „unscharf“ im Allgemeinen „falsch“ ? Man muss die Prioritäten umdrehen. Es liegt an der biologischen Angst vor Blindheit, dass wir Ersteres bevorzugen. Doch der fehlende Sehsinn schärft die anderen Sinne. Geschieht das auch beim Betrachten unscharfer Fotos?
Durch das Übermalen der Bilder werden neue Sinn- und Bedeutungszusammenhänge geschaffen. Die ursprüngliche Botschaft der Bilder wird verrätselt und verfremdet. Bilder dienen als Informationsträger und die Sprache ruft Bilder in der Vorstellung hervor. Jeder interpretiert seine eigenen Erfahrungen in Bilder oder Text.
(Baldessari 1999)