LOAM, Re: Tonindustrie, 2021
Seit Mitte der 1990er-Jahre sammelt das Ehepaar Johanna und Hans Hagen Hottenroth weltweit Arbeiten der Tonindustrie Scheibbs, die sie im Keramikmuseum in Scheibbs (NÖ) zeigen. Erzählt wird die Geschichte des Ludwig Weinbrenner, der eine Keramikproduktion gründete, nachdem er 1923 am Grundstück seiner Gärtnerei ein Lehmvorkommen entdeckt hatte. Über zehn Jahre holte er namhafte Künstler*innen aus dem Umfeld der Wiener Werkstätte nach Scheibbs, um hier zu arbeiten.
Kurator Gerald Zagler wirft im Rahmen des Viertelfestivals 2021 ein Schlaglicht auf dieses besondere Scheibbser Kulturgut. Zu sehen sind Arbeiten der Künstler*innen: Uli Aigner, Clemens Auer, Christiana Lugbauer, Kristin Weissenberger, Ines Hochgerner, Yuki Higashino
Christiana Lugbauer greift die Interpretationen von Clemens Auer auf und widmet sich den Oberflächen des Mostplutzers und des Mostkrugs. Sie experimentiert mit verschiedensten Glasur-techniken und ergründet das kraftvolle Wechsel-spiel zwischen Form und Farbe, eine Qualität, die die Scheibbser Keramik der 1920er-Jahrer be sonders auszeichnete. Die Expressivität des Glasurauftrags unterstrich den künstlerischen Anspruch der Werke. Jedes an sich serielle im Gussverfahren angefertigten Gefäß wurde dadurch zum Einzelstück.
all photos © Janine Schranz